Kürzlich wurde ich gefragt, was für mich Freiheit ist.

Freiheit ist für mich so wichtig. Und die Wahrnehmung, freie Entscheidungen für mich und mein Leben treffen zu können, gehört für mich zur Burnoutprävention.

Für die meisten Menschen ist Freiheit ein extrem wichtiges Grundbedürfnis:

  • Du fühlst Dich schlecht, wenn Du viele Zwänge hast, in denen Du agieren musst.
  • Du fühlst Dich ärgerlich, wenn jemand in Deine Freiheit eingreift.
  • Du fühlst Dich hilflos, wenn Du keine Möglichkeiten siehst, Dir zu helfen.

Auch ich kann natürlich nicht alles frei entscheiden. Aber ich merke inzwischen gut, wann mir etwas nicht (mehr) gut tut und dann arbeite ich daran, Wege zu finden, dass es mir besser gehen kann.

Freiheit heißt für mich also auch, Verantwortung für die Teile meines Lebens zu übernehmen, die ich gestalten kann. Im Alltag kann ich viele Entscheidungen treffen & mir bewusst machen, wie gut mir das tut.

Gerade habe ich eine große Entscheidung getroffen, die mir schwer gefallen ist - weil Entscheidungen zu treffen, oft auch heißt, Veränderungen zu leben, sich von Routinen zu verabschieden. Obwohl diese Entscheidung mich noch sehr herausfordern wird, geht es mir viel besser, seit dem ich für mich selbst Klarheit hergestellt habe. Ich empfinde in der Summe weniger Stress.

Das ist für mich Freiheit. Ich weiß über mich, dass ich mich in Umgebungen, die meine Freiheit zu stark einschränken, nicht wohl fühle und auf Dauer darunter leide.

Selbstkenntnis ist auch Freiheit für mich. Denn sie eröffnet es mir, gut für mich zu sorgen.

Für mich bedeutet Freiheit

  • meine Persönlichkeit ausleben zu können (Wie bin ich? Was kann ich? Was brauche ich?)
  • meine eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen
  • meine eigenen Fehler machen zu dürfen
  • in Sicherheit leben zu können.

Die Forschung zeigt, dass wir Menschen grundsätzlich an längeren Stress angepasst sein können. Dafür brauchen wir Grundbedingungen, die das Stresserleben psychologisch abpuffern, denn langanhaltender Stress ist gesundheitsschädlich. Eine solche Grundbedingung ist das Empfinden, so viel wie möglich Gestaltungsspielraum (d.h. Freiheit) zu haben.

Wenn Du ohnehin schon längere Zeit höheren Stress hast, brauchst Du mehr Wahrnehmung davon, wie viel freie Entscheidungen Du in Deinem Leben treffen kannst.

Niemand lebt in totaler Freiheit.

Jeder Mensch muss Umgebungsbedingungen akzeptieren, jedenfalls diejenigen, die sich nicht unmittelbar ändern lassen.

Jeder Mensch hat aber auch Gestaltungsspielraum, den er in seinem Alltag nicht mehr ausreichend wahrnimmt und sogar vergrößern kann.

Im Arbeitsleben gibt es Forschung dazu, die zeigt, dass das Burnoutrisiko steigt, wenn Menschen chronisch hohem Stress ausgesetzt sind, gleichzeitig wenig Gestaltungsspielraum & wenig soziale Unterstützung erleben.

Das ist im Privatleben ähnlich.

» Überlege also, was Freiheit für Dich bedeutet.

» Mach Dir klar, wie viel Freiheit Du in Deinem (wenn auch stressigen) Alltag hast.

» Finde heraus, welche Entscheidungen Du für Dich treffen möchtest, um Deine Freiheit noch größer werden zu lassen, z.B. in dem Du neue gesunde Rituale für Dich einführst.

» Denke daran, dass Freiheit nicht die totale Freiheit ist, sondern dass jede kleine Minientscheidung eine freie Entscheidung ist.

» Genieße das Gefühl, wenn Du eine gute Entscheidung für Dich getroffen hast.

» Lobe Dich dafür und mach so weiter :-).

Was bedeutet für DICH Freiheit?


 

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